Vor dem ersten bemannten Flugs in Mondnähe seit über 50 Jahren befindet sich die Crew der Artemis-II-Mission in einer zweiwöchigen Quarantäne. Ziel ist es, jegliche Einschleppung von Krankheitserregern in den Weltraum zu verhindern – ein Protokoll, das bereits in der Apollo-Ära etabliert wurde und nun unter dem Namen „Health Stabilization Program“ fortgeführt wird.
Strenge Isolation vor dem Start
Wie aus einem Bericht des US-Raumfahrtunternehmens NASA hervorgeht, halten sich die vier Astronautinnen und Astronauten derzeit in einer speziellen Einrichtung in Houston auf. Während dieser Zeit dürfen sie keine öffentlichen Orte betreten, müssen spezielle Masken tragen und dürfen Angehörige nur mit Abstand sehen. Selbst ein leichter Infekt könnte die Mission gefährden oder verzögern.
Der Start der Raumkapsel Orion war ursprünglich für frühestens 8. Februar 2026 vorgesehen, wurde jedoch auf ein Zeitfenster zwischen 6. und 11. März 2026 verschoben. Die Mission soll mindestens zehn Tage dauern und die Besatzung in eine Mondumlaufbahn führen, ohne auf der Oberfläche zu landen.
Enge Verhältnisse im All
Die Raumkapsel bietet Platzverhältnisse, die etwa zwei Minivans entsprechen. An Bord befinden sich Arbeitsbereiche, Schlafplätze und eine Toilette. Die Besatzung – bestehend aus Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch von der NASA sowie Jeremy Hansen von der kanadischen Raumfahrtagentur – muss während der gesamten Reise in guter gesundheitlicher Verfassung bleiben. Eine medizinische Versorgung im All ist nur eingeschränkt möglich, wie ein kürzlich abgebrochener ISS-Flug aufgrund eines medizinischen Notfalls verdeutlichte.
Schutz des Mondes vor irdischen Keimen
Während in der Apollo-Ära vor allem die Rückkehr von potenziellen Mondkeimen auf die Erde gefürchtet wurde, liegt der Fokus heute auf dem umgekehrten Szenario: Die Artemis-Missionen sollen Regionen am Südpol des Mondes erkunden, in denen sich möglicherweise gefrorenes Wasser befindet. Diese dauerhaft schattigen Krater gelten als wissenschaftlich besonders wertvoll, da sie Hinweise auf die Entstehung des Sonnensystems liefern könnten.
Wissenschaftliche Studien warnen davor, dass selbst kleinste Mengen irdischer Mikroorganismen diese empfindlichen Umgebungen kontaminieren könnten. In den extrem kalten Bedingungen könnten solche Keime jahrzehntelang überleben und künftige Forschungsergebnisse verfälschen – etwa durch fälschliche Hinweise auf außerirdisches Leben.
Historische Parallelen zur Apollo-Ära
Bereits bei der Rückkehr der Apollo-11-Crew im Jahr 1969 wurden die Astronauten für 21 Tage in Quarantäne gehalten. Damals bestand die Sorge, dass unbekannte Krankheitserreger vom Mond eingeschleppt werden könnten. Erst nach mehreren erfolgreichen Missionen und umfassenden Analysen wurde dieses Protokoll mit Apollo 14 aufgehoben.
Mit Artemis II knüpft die NASA nun an diese Tradition an – mit dem Unterschied, dass der Schutz diesmal dem Mond selbst gilt.
Veröffentlicht am 7.2.2026. Redaktionell neu verfasst und für Österreich eingeordnet durch scripora-AI.
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Basierend auf Informationen von: Originalartikel.
Autor: hml (hml@scripora.com)