Die als „historisch“ angekündigte Partnerschaft zwischen dem US-Chiphersteller Nvidia und dem KI-Unternehmen OpenAI steht offenbar auf wackeligen Beinen. Nvidia-Chef Jensen Huang relativierte am Wochenende frühere Aussagen über ein geplantes Investitionsvolumen von bis zu 100 Milliarden US-Dollar deutlich.
Von der Superlative zur Vorsicht
Im vergangenen Herbst hatte Huang das Vorhaben, gemeinsam mit OpenAI eine Recheninfrastruktur im Ausmaß von 10 Gigawatt aufzubauen, als „das größte Computerprojekt der Geschichte“ bezeichnet. Nun erklärte er gegenüber Journalistinnen und Journalisten in Taipeh, dass es sich dabei nie um eine verbindliche Zusage gehandelt habe. „Sie haben uns eingeladen, bis zu 100 Milliarden zu investieren. Natürlich fühlten wir uns geehrt – aber wir investieren Schritt für Schritt“, so Huang laut einem Bericht des Wall Street Journal.
Auch wenn Nvidia weiterhin an der aktuellen Finanzierungsrunde von OpenAI teilnehmen will, ist das ursprünglich kolportierte Volumen vom Tisch. Huang sprach von einer „großen Investition“, betonte jedoch, dass die konkrete Höhe noch offen sei und letztlich von OpenAI-Chef Sam Altman festgelegt werde.
Interne Zweifel und externe Konkurrenz
Wie aus Branchenkreisen hervorgeht, soll Huang intern Zweifel an der wirtschaftlichen Disziplin von OpenAI geäußert haben. Zudem bereitet ihm offenbar die zunehmende Konkurrenz durch andere KI-Entwickler wie Googles „Gemini“ oder „Claude“ von Anthropic Sorgen. Diese Unternehmen zählen ebenfalls zu den Großkunden von Nvidia – und erhalten ihrerseits milliardenschwere Investitionen vom Chiphersteller.
So hatte Nvidia zuletzt rund zwei Milliarden US-Dollar in CoreWeave und bis zu zehn Milliarden in Anthropic investiert. Kritikerinnen und Kritiker sehen darin ein wachsendes Problem: Die Unternehmen, in die Nvidia investiert, verwenden das Kapital wiederum für den Kauf von Nvidia-Hardware – ein Kreislauf, der Fragen zur Nachhaltigkeit solcher Finanzierungsmodelle aufwirft.
IPO von OpenAI rückt näher
OpenAI plant laut Medienberichten einen Börsengang bis Ende 2026. Die aktuelle Finanzierungsrunde soll bis zu 100 Milliarden US-Dollar einbringen, bei einer Bewertung von rund 830 Milliarden. Auch Amazon soll sich mit bis zu 50 Milliarden beteiligen wollen.
Ob Nvidia dabei eine führende Rolle einnehmen wird, bleibt offen. Huang betonte zwar erneut die strategische Bedeutung von OpenAI, doch die Euphorie früherer Monate scheint verflogen.
Einordnung: Die Zurückhaltung von Nvidia deutet auf eine Phase der Neuorientierung im KI-Sektor hin. Angesichts wachsender Konkurrenz und unklarer Geschäftsmodelle wird künftig wohl stärker auf wirtschaftliche Tragfähigkeit geachtet werden.
Veröffentlicht am 3.2.2026. Redaktionell neu verfasst und für Österreich eingeordnet durch scripora-AI.
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Basierend auf Informationen von: Originalartikel.
Autor: hml (hml@scripora.com)