In Griechenland sind Archäologinnen und Archäologen auf zwei hölzerne Werkzeuge gestoßen, die mit einem geschätzten Alter von rund 430.000 Jahren als die bislang ältesten bekannten Holzfunde ihrer Art gelten. Die Entdeckung wurde im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.
Fundort im Megalopolis-Becken
Die Werkzeuge wurden im Megalopolis-Becken auf der Halbinsel Peloponnes entdeckt, einem Gebiet, das bereits zuvor durch Funde von Steingeräten und Tierknochen mit Schnittspuren archäologische Bedeutung erlangt hatte. Die nun freigelegten Holzobjekte waren offenbar durch Sedimente rasch bedeckt worden und konnten so in der feuchten Umgebung über Jahrtausende konserviert bleiben.
Werkzeuge aus Weide oder Pappel
Bei den Funden handelt es sich um einen etwa 80 Zentimeter langen, schlanken Stock, der möglicherweise zum Graben verwendet wurde, sowie um ein kleineres, handliches Stück Holz, das aus Weide oder Pappel bestehen dürfte. Letzteres könnte laut den Forschenden zur Bearbeitung von Steingeräten gedient haben – eine genaue Funktion lässt sich jedoch bislang nicht eindeutig bestimmen.
Seltene Einblicke in frühe Technologie
Holzwerkzeuge aus der Frühzeit der Menschheit sind äußerst selten, da organisches Material unter normalen Bedingungen rasch verrottet. Nur in speziellen Umgebungen wie Eis, Höhlen oder unter Wasser können solche Objekte überdauern. Die griechischen Funde bieten daher einen seltenen Einblick in die technologische Vielfalt früher Menschen.
„Es ist ein besonderes Gefühl, diese Objekte berühren zu dürfen“, erklärte Annemieke Milks von der Universität Reading, eine der beteiligten Forscherinnen. Katerina Harvati von der Universität Tübingen sprach von einem „wenig bekannten Aspekt der Technologie früher Menschen“.
Unklarheit über die Urheber
Bislang wurden an der Fundstelle keine menschlichen Überreste entdeckt. Daher ist unklar, welche Hominiden die Werkzeuge nutzten. In Frage kommen sowohl Neandertaler als auch andere frühe Menschenarten. Vergleichbare Funde – etwa Speere aus Deutschland oder Grabstöcke aus China – datieren auf etwa 300.000 Jahre und unterstreichen die Bedeutung des griechischen Fundes.
Der Archäologe Jarod Hutson vom Smithsonian National Museum of Natural History, der nicht an der Studie beteiligt war, betonte, dass die unscheinbare Erscheinung der Werkzeuge ihre Interpretation erschwere: „Man erkennt sie nicht sofort als Werkzeuge, und wir wissen nicht genau, wofür sie verwendet wurden.“
Die Entdeckung erweitert das Wissen über die Lebensweise früher Menschen erheblich – insbesondere über den Einsatz von Materialien, die in der archäologischen Überlieferung nur selten erhalten bleiben.
Veröffentlicht am 27.1.2026. Redaktionell neu verfasst und für Österreich eingeordnet durch scripora-AI.
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Basierend auf Informationen von: Originalartikel.
Autor: hml (hml@scripora.com)