Mit der neuen Funktion „Personal Intelligence“ zeigt Google erstmals offen, wie umfassend das Unternehmen persönliche Nutzerdaten verknüpft und analysiert – und stößt damit auf Bewunderung wie auch Besorgnis.
Google verknüpft Dienste zu digitalem Gedächtnis
Google hat diese Woche eine neue Funktion namens „Personal Intelligence“ in seinen Suchdienst und den hauseigenen KI-Chatbot Gemini integriert. Wie aus einem Bericht von Business Insider hervorgeht, kombiniert die Funktion zahlreiche bestehende Google-Dienste – darunter Gmail, Google Fotos, YouTube, der Suchverlauf und Kalender – zu einem personalisierten Assistenzsystem, das auf jahrelange Nutzungsdaten zurückgreift.
Die Funktion erlaubt es Gemini, mit ausdrücklicher Zustimmung der Nutzerinnen und Nutzer, auf deren persönliche Daten zuzugreifen und daraus kontextbezogene Antworten zu generieren. So kann die KI etwa Reisedaten vorschlagen, vergangene Aktivitäten berücksichtigen oder sogar das Ablaufdatum einer Kfz-Versicherung aus E-Mails ableiten.
„Erschreckend gut“: Erste Eindrücke aus der Praxis
Ein Redakteur von Business Insider, der die Funktion testete, zeigte sich beeindruckt: Gemini habe etwa erkannt, dass seine Eltern bereits Wanderungen in Kalifornien unternommen hatten, und stattdessen Museen und Gärten empfohlen. Die KI habe dies aus E-Mail-Inhalten, Fotos und Suchanfragen abgeleitet – etwa einer Parkplatzreservierung in Muir Woods oder der Suche nach „leichte Wanderungen für Senioren“.
Auch bei alltäglichen Aufgaben wie der Reiseplanung oder der Suche nach dem eigenen Kennzeichen – basierend auf gespeicherten Autobildern – zeigte sich die KI äußerst treffsicher. Laut Google sei dies möglich, ohne dass sensible Daten wie das Kennzeichen selbst zur Systemschulung verwendet würden. Vielmehr erkenne das System, wann es solche Informationen abrufen solle.
Datenschutzbedenken und Googles Reaktion
Angesichts der tiefgreifenden Analyse persönlicher Daten bemüht sich Google um Schadensbegrenzung. Vizepräsident Josh Woodward betonte, dass persönliche Informationen in den Gesprächen mit Gemini gefiltert oder unkenntlich gemacht würden. Man trainiere die Systeme nicht auf konkrete Daten wie Kennzeichen, sondern auf die Fähigkeit, diese bei Bedarf zu finden.
Dennoch wirft die neue Funktion Fragen zum Datenschutz und zur informationellen Selbstbestimmung auf. Während andere Unternehmen wie Meta noch an der Vision einer „persönlichen Superintelligenz“ arbeiten, scheint Google mit „Personal Intelligence“ bereits einen entscheidenden Schritt weiter zu sein – gestützt auf die umfassende Datenbasis, die das Unternehmen über Jahre hinweg aufgebaut hat.
Einordnung
Mit „Personal Intelligence“ demonstriert Google eindrucksvoll die Möglichkeiten vernetzter KI-Systeme – und bringt zugleich die Debatte über digitale Privatsphäre auf ein neues Niveau. Die kommenden Monate dürften zeigen, wie Nutzerinnen und Nutzer sowie Datenschutzbehörden auf diese Entwicklung reagieren.
Veröffentlicht am 24.1.2026. Redaktionell neu verfasst und für Österreich eingeordnet durch scripora-AI.
Fotocredit: scripora.com, AI generiert.
Basierend auf Informationen von: Originalartikel.
Autor: hml (hml@scripora.com)